
GR20 Korsika: Der härteste Fernwanderweg Europas
GR Trails Redaktion
Der Ruf der Berge
Es gibt Wanderwege, die man geht, und es gibt den GR20 — einen Weg, der einen formt. 180 Kilometer quer durch das korsische Hochgebirge, von Calenzana im Norden bis Conca im Süden. Was auf der Karte harmlos aussieht, entpuppt sich als eine der größten Herausforderungen, die das europäische Fernwandern zu bieten hat. Steile Granitwände, exponierte Grate und endlose Geröllfelder wechseln sich ab mit atemberaubenden Ausblicken über die Mittelmeerinsel.
Die südliche Hälfte: Wo der GR20 seinen Ruf verdient
Die ersten acht Etappen führen durch alpines Gelände auf über 2.000 Metern Höhe. Der Cirque de la Solitude — inzwischen mit Ketten gesichert — bleibt ein Schlüsselerlebnis. Hier wird klar, warum der GR20 keine gewöhnliche Fernwanderung ist. Man braucht Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und vor allem mentale Stärke. Die Refuges bieten einfache Übernachtungsmöglichkeiten, aber Komfort sucht man vergeblich. Dafür erlebt man Sonnenaufgänge, die alles vergessen lassen.
Die südliche Hälfte: Belohnung für die Mühe
Ab Vizzavona wird der Weg sanfter, aber nicht weniger schön. Dichte Wälder, Badegumpen in kristallklaren Flüssen und die Aiguilles de Bavella als dramatisches Finale. Wer den GR20 vollendet, hat nicht nur einen Wanderweg bezwungen, sondern ein Stück von sich selbst gefunden. Mein Tipp: Plant mindestens 16 Tage ein, nehmt nicht mehr als 12 kg Rucksackgewicht mit und startet früh am Morgen, bevor die Mittagshitze einsetzt.
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