GR20 Packliste: Was wirklich in den Rucksack muss
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GR20 Packliste: Was wirklich in den Rucksack muss

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GR Trails Redaktion

10 min Lesezeit

Weniger ist mehr — aber das Richtige muss dabei sein

Wer den GR20 in Angriff nimmt, steht vor einer fundamentalen Entscheidung: Jedes Gramm zu viel wird auf den steilen Anstiegen zur Qual, aber das Falsche zu Hause zu lassen kann gefährlich werden. Nach drei Durchquerungen und unzähligen Gesprächen mit anderen Fernwanderern habe ich eine Packliste zusammengestellt, die sich auf das Wesentliche konzentriert — mit einem Zielgewicht von unter 10 kg inklusive Nahrung und Wasser.

Der Rucksack: Dein wichtigstes Ausrüstungsstück

Ein guter Rucksack für den GR20 fasst 40-50 Liter und wiegt unter 1,2 kg. Der Osprey Exos 48 oder der Gregory Focal sind bewährte Modelle, die genug Tragekomfort für schwieriges Gelände bieten, ohne selbst zu viel zu wiegen. Wichtig: Der Rucksack muss am Körper sitzen wie eine zweite Haut, denn auf den Kletterpassagen braucht man volle Bewegungsfreiheit.

Schlafsystem: Die kalten Nächte auf 2.000 Metern

Auch im Sommer können die Nächte in den Refuges und auf den Biwakplätzen empfindlich kalt werden. Ein Daunenschlafsack mit Komforttemperatur um 5°C ist ideal — etwa der Therm-a-Rest Hyperion 6°C mit nur 530 Gramm. Dazu eine kurze Isomatte (130 cm reichen) wie die Nemo Tensor Insulated Short. Wer in den Refuges schläft, kann auf das Zelt verzichten und spart bis zu 1 kg.

Bekleidung: Das Zwiebelprinzip

  • 1x Merinowolle-Shirt (Langarm) — reguliert Temperatur, stinkt nicht
  • 1x synthetisches Wandershirt — trocknet schnell für tagsüber
  • 1x leichte Softshell-Jacke oder Windbreaker
  • 1x wasserdichte Hardshell-Jacke (Gore-Tex oder ähnlich)
  • 1x Trekkinghose, abzippbar
  • 1x kurze Hose oder Laufshorts für warme Tage
  • 2x Merinowolle-Socken, 2x Unterwäsche
  • 1x leichte Daunenjacke für Abende und Pausen
  • 1x Mütze und leichte Handschuhe

Schuhe: Die Gretchenfrage

Stabile Trekkingstiefel mit gutem Profil und Knöchelschutz sind auf dem GR20 Pflicht. Die Felsen sind scharf und rutschig, Geröllfelder erfordern Stabilität. Modelle wie der Scarpa Zodiac Plus oder der Salomon X Ultra 4 Mid GTX haben sich vielfach bewährt. Trailrunner funktionieren nur für erfahrene Wanderer mit starken Fußgelenken — für die meisten ist das ein unnötiges Risiko.

Verpflegung und Wasser

Die Refuges verkaufen Grundnahrungsmittel, aber die Preise sind hoch und die Auswahl begrenzt. Plant für 2-3 Tage eigene Verpflegung ein: Energieriegel, Trockenfrüchte, Nüsse, Instant-Nudeln. Wasserfilter wie der Sawyer Squeeze sind unverzichtbar — Bachquerungen gibt es genug, aber das Wasser sollte gefiltert werden. Mindestens 2 Liter Tragekapazität, bei heißen Etappen besser 3 Liter.

Die komplette Packliste mit Gewichten

  • Rucksack (1.100g) + Schlafsack (530g) + Isomatte (340g) = 1.970g
  • Bekleidung komplett: ca. 2.200g
  • Schuhe (am Fuß): ca. 850g
  • Kocher + Topf + Besteck: 350g
  • Wasserfilter + Flaschen: 200g
  • Erste-Hilfe-Set + Stirnlampe + Handy + Ladekabel: 450g
  • Hygiene-Kit (minimal): 150g

Baseweight gesamt: ca. 5.300g — dazu kommen Nahrung und Wasser. Wer ein Zelt mitnimmt, rechnet mit 800-1.200g extra. Damit landet man bei einem realistischen Gesamtgewicht von 9-11 kg, je nach Etappe und Verpflegungslage.

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