
Interview: 3.000 km zu Fuß durch Europa
GR Trails Redaktion
Lena, wie kam es zu der Idee, drei GR-Wege hintereinander zu wandern?
Das war gar nicht so geplant. Ich wollte ursprünglich nur den GR10 durch die Pyrenäen wandern. Aber als ich in Banyuls-sur-Mer ankam, hatte ich das Gefühl, dass die Reise noch nicht vorbei war. Also bin ich einfach weiter zum GR5 durch die Alpen. Und als ich dann den Genfersee hinter mir hatte und in Nizza stand, dachte ich: Jetzt noch Korsika! Der GR20 war das perfekte Finale — und die härteste Prüfung.
Was war die größte Herausforderung?
Körperlich war der GR20 am anspruchsvollsten, aber mental war der GR5 die größte Herausforderung. Drei Wochen Dauerregen in den Nordalpen, kaputte Ausrüstung und Einsamkeit. Es gab Momente, in denen ich ernsthaft überlegt habe aufzuhören. Was mich weitergetrieben hat, waren die kleinen Momente: ein Sonnenaufgang über dem Nebelmeer, ein Gespräch mit einem Hirten, frisches Brot in einem Bergdorf.
Welchen Rat gibst du Fernwandereinsteigern?
Fangt klein an. Macht zuerst ein paar Wochenendwanderungen, dann eine Woche, dann zwei. Lernt eure Ausrüstung kennen, bevor ihr euch auf einen langen Trail begebt. Und das Wichtigste: Seid offen für Veränderungen. Die besten Erlebnisse hatte ich, wenn ich vom Plan abgewichen bin. Ein guter Wanderer ist nicht der, der am schnellsten läuft, sondern der, der weiß, wann er pausieren muss.