Tour du Mont Blanc: 11 Tage um den König der Alpen
Trail-Bericht

Tour du Mont Blanc: 11 Tage um den König der Alpen

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GR Trails Redaktion

11 min Lesezeit

170 Kilometer um das Dach Europas

Die Tour du Mont Blanc (TMB) ist der Klassiker unter den europäischen Fernwanderwegen — und das aus gutem Grund. Die Runde um den höchsten Berg der Alpen führt durch Frankreich, Italien und die Schweiz, über 10 Pässe und durch einige der schönsten Täler der Alpen. Die TMB ist anspruchsvoll, aber keine technische Kletterei — mit guter Kondition und der richtigen Planung ist sie für ambitionierte Wanderer machbar.

Tag 1-3: Frankreich — Les Houches bis Les Chapieux

Der Klassiker startet in Les Houches bei Chamonix. Schon der erste Tag bietet mit dem Aufstieg zum Col de Voza fantastische Blicke auf den Mont Blanc. Die nächsten Tage führen durch das Vallée des Contamines und über den Col du Bonhomme (2.329m). Die französische Seite besticht durch grüne Almwiesen, kristallklare Bäche und die herzliche Gastfreundschaft der Hüttenwirte. Die Refuge des Mottets am Ende des dritten Tages ist ein perfekter Ort, um die Seele baumeln zu lassen.

Tag 4-6: Italien — Val Veni und Val Ferret

Der Übergang nach Italien über den Col de la Seigne (2.516m) ist einer der dramatischsten Momente der Tour. Plötzlich öffnet sich der Blick auf die Südflanke des Mont Blanc und das wilde Val Veni. Die italienische Seite fühlt sich rauer, ursprünglicher an. Das Highlight: Courmayeur, ein charmantes Bergdorf, in dem man einen Ruhetag einlegen sollte. Espresso, Pizza und Gelato — die beste Wanderverpflegung der Welt. Das Val Ferret auf italienischer Seite ist ein stilles Juwel mit weniger Wanderern und spektakulären Gletscherblicken.

Tag 7-9: Schweiz — Grand Col Ferret bis Trient

Der Grand Col Ferret (2.537m) markiert den Übergang in die Schweiz und ist der höchste Punkt der Standardroute. Die Schweizer Etappen sind geprägt von gepflegten Wegen, effizienten Hütten und — natürlich — höheren Preisen. Das Fenêtre d'Arpette (2.665m) ist eine anspruchsvolle Variante, die den Col de la Forclaz umgeht und spektakuläre Gletscherpanoramen bietet. Nur bei guten Bedingungen empfehlenswert, aber der Aufwand lohnt sich.

Tag 10-11: Zurück nach Frankreich — Vallorcine bis Les Houches

Die letzten Etappen führen über den Col de Balme zurück nach Frankreich mit einem letzten großen Panoramablick über das Chamonix-Tal. Der Abstieg über die Aiguillette des Posettes bietet Fotomotive ohne Ende. Wer die Variante über den Lac Blanc wählt, wird mit einem der berühmtesten Postkartenblicke der Alpen belohnt: die Aiguilles de Chamonix spiegeln sich im türkisfarbenen Bergsee. Ein Finale, das man nie vergisst.

Praktische Tipps

  • Reservierungen: In der Hauptsaison (Juli/August) sind Hütten Monate im Voraus ausgebucht. Reserviere frühzeitig oder weiche auf Juni/September aus.
  • Budget: 60-90 Euro pro Tag mit Halbpension. Die Schweizer Etappen sind teurer (bis 120 Euro). Für 11 Tage etwa 800-1.100 Euro einplanen.
  • Richtung: Gegen den Uhrzeigersinn ist Standard und bietet die bessere Dramaturgie. Im Uhrzeigersinn sind weniger Wanderer unterwegs.
  • Beste Zeit: Mitte Juni bis Mitte September. Juli hat die längsten Tage, September die stabilste Wetterlage.
  • Fitness: 4-6 Stunden Gehzeit pro Tag, 800-1.200 Höhenmeter. Gute Grundkondition nötig, aber keine technischen Anforderungen.

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